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Beim Titel des heutigen Tests dürften aufmerksame Leser ein Déjà-vu haben – so haben wir den Switchbot K10+ Pro (zum Test) bereits im letzten Jahr getestet. Noch aufmerksamere Leser wissen, dass der Hersteller dieses Jahr auf der CES bereits den K20+ Pro vorgestellt hat. Um mit der Verwirrung aber gleich zu Beginn aufzuräumen, sei gesagt, dass es sich bei dem heutigen Testgegenstand nicht nur um den kleinen Saugroboter handelt. Durch einen Stabstaubsauger und eine gemeinsame Absaugstation wird er zu der im Titel erwähnten K10+ Pro Combo erweitert. Wo die Vorteile eines solchen Systems liegen und ob wir eine Kaufempfehlung aussprechen können, erfahrt ihr in diesem Test.
Unboxing und Inbetriebnahme
Für die gelieferte Menge an Einzelteilen ist das Paket handlich und passt sogar in die Packstationen von DHL und Co. Auch wenn die Teileflut einen beim ersten Öffnen der Verpackung zu Beginn regelrecht erschlagen mag, ist der Aufbau kinderleicht und geht in wenigen Minuten vonstatten. In der Packung sind zu finden:
- Saugroboter (größtenteils bereits zusammengebaut)
- Absaugstation
- Stabstaubsauger-Motor
- Akku für Stabstaubsauger
- Staubsaugerrohr
- Befestigung für Stabstaubsauger
- vier Staubsauger-Aufsätze plus Halterung
- 2x Rotationsbürsten
- 1x Ersatzfilter
- 1x Staubsaugerbeutel
- Abstandshalter zur Wand
- 30x Feuchttücher
- Schraubendreher plus Schrauben
Beim Staubsaugerbeutel handelt es sich um einen speziellen Beutel mit zwei Löchern, da die Absaugstation sowohl den Stabstaubsauger als auch den Saugroboter entleert. Somit kann auch nicht jeder handelsübliche Staubsaugerbeutel eingesetzt werden. Vier Ersatzbeutel kosten beim Hersteller 20 Euro und sind somit erheblich teurer als handelsübliche Beutel. Bei AliExpress und Amazon gibt es bisher nur Ersatzbeutel für den K10+ Pro, jedoch nicht für die Combo. Diese besitzen nur ein Loch und sind somit nicht kompatibel mit der Combo. Man ist also, Stand jetzt, auf die Originale vom Hersteller angewiesen. Vermutlich wird sich das aber in Zukunft ändern.
Sobald der Staubsaugerbeutel in die Absaugstation eingesetzt ist, kann man weitermachen.
Als Nächstes wird die Rotationsbürste am Saugroboter befestigt.
Dann müssen nur noch die Rohre für den Stabstaubsauger ineinander gesteckt werden.
Zum Schluss bleibt noch die Befestigung für den Stabstaubsauger. Diese wird mit dem mitgelieferten Schraubendreher an der Absaugstation angebracht. Dann kann es losgehen und die eigentliche Inbetriebnahme geschieht dann kinderleicht mithilfe der Bebilderung in der Switchbot-App.
Verarbeitung & Design
Im gesamten Test werden wir uns hauptsächlich auf den Stabstaubsauger konzentrieren, da wir den Suagroboter K10+ Pro bereits in diesem Test unter die Lupe genommen haben und sich an den hier angebrachten Punkten nichts geändert hat.
- geringe Größe (sehr wendig)
- gute Verarbeitung
- übersichtliche und gute App
- großer Staubsaugerbeutel
- gute Saugleistung
- Probleme mit Teppichen
- teilweise chaotische Navigation
- Wischfunktion ist schlecht
- schwache Saugleistung im Standard-Modus
Dennoch ist die Verarbeitung aller drei Geräte auf einem hohen Niveau. Besonders die große Absaugstation wirkt dank gut verarbeitetem Plastik hochwertig. Vorn besitzt die Station eine Einkerbung, in die der Roboter rückwärts heranfährt, um geladen und entleert zu werden. Im Vergleich zur Version, die lediglich aus dem Saugroboter und Station besteht, ist die Station der Combo mit Abmessungen von 195 x 220 x 826 Millimeter etwas größer und mit 6 Kilogramm auch deutlich schwerer. Der Größensprung hat natürlich damit zu tun, dass hier noch die Halterung für den Stabstaubsauger aufgeschraubt wird.
Die Verarbeitung des Stabstaubsaugers kann leider nicht ganz mit der des Roboters und der Station mithalten. Hier wackeln die ineinander gesteckten Komponenten je nach Gebrauch etwas und auch die Verarbeitung der aufgeschraubten Halterung entspricht nicht ganz der Verarbeitung der Absaugstation. Das Design des Stabstaubsaugers ist eher ungewöhnlich im Vergleich zur Konkurrenz. So gibt es keinen dedizierten Haltegriff – man hält lediglich die Verlängerung des Stabs in der Hand. Das ist besonders zu Beginn ungewohnt. Dadurch ist der Sauger nicht sonderlich ergonomisch, sodass man leicht verkrampft, um den Staubsauger sicher festzuhalten. Nach einem längeren Saugvorgang ist man daher froh, wenn man den Staubsauger wieder in seine Station zurückstellen kann. Der Akku steckt zudem in ebendiesem Griff/Stab. Dieser wird mit der Zeit spürbar warm, was zusätzlich unangenehm werden kann.
Am Griff sitzen zwei silberne Knöpfe – der Powerbutton und einer, um die Saugstärke zwischen den beiden Stufen Min und Max umzuschalten. Zudem sitzen hier drei LED-Leuchten, die den Akkustand widerspiegeln. Gut gefällt mir die grüne LED-Beleuchtung an der Düse, die den Boden (inkl. Staubkörner) während des Saugvorgangs anleuchtet. Dadurch erkennt man sehr gut, wo man bereits gesaugt hat und wo es noch dreckig ist.
Reinigungsleistung
Saugroboter
Die Reinigungsleistung des Saugroboters ist, wie im letztjährigen Test beschrieben, für seine Größe gut, kann aber nicht mit größeren Modellen von anderen Herstellern mithalten. Für nähere Informationen zur reinen Saugleistung empfehle ich unseren Test zum Switchbot K10+ Pro. Aufgrund der geringen Größe erreicht der Roboter aber auch Stellen, die ein größerer Roboter niemals erreichen kann. So kann er zum Beispiel auch unter den sternförmigen Füßen eines Bürostuhls reinigen. Prinzipiell kann sich der Roboter in alle Richtungen bewegen, während des Saugvorgangs kann er aber nicht rückwärtsfahren, was besonders fatal ist, wenn er sich an einem Hindernis festgefahren hat. In meiner Wohnung verfährt er sich häufig am Standbein des Wäscheständers, was in den Wintermonaten natürlich doof ist, da dieser nicht draußen stehen kann und immer an unterschiedlichen Orten in der Wohnung steht.
Prinzipiell unterstützt die Software zwar Sperrzonen, aufgrund der Unplanbarkeit der Wäscheständer-Position war dies in meinem Fall aber keine Option. Dass der Roboter eigentlich auch einen Rückwärtsgang hat, beweist er jedes Mal, wenn er wieder an die Absaugstation andockt. Besonders bei Treppenstufen sollte man aber aufpassen und am besten eine Sperrzone einrichten. Eine Klippenerkennung ist zwar vorhanden, funktioniert aber nicht immer und es kann passieren, dass der K10+ Pro Treppen mit Vollgas runterfährt. Das ist natürlich besonders zu Beginn beim Erlernen der Karte schwierig, sodass man sich hier als menschliche Wand jederzeit bereithalten sollte.
Stabstaubsauger
Beim manuellen Handstaubsauger reicht die schwächere Reinigungsstufe für verstaubte Böden vollkommen aus. Ist die Verschmutzung allerdings etwas größer und man möchte auch Erde, Steine oder Sandkörner aufsaugen, sollte man auf die stärkere Stufe schalten. Switchbot gibt die maximale Saugleistung mit 20.000 Pascal an. Damit gelingt auch das Wegsaugen gröberer Verschmutzung. Der Branchenprimus Dyson hat in Bezug auf Saugleistung die Nase aber dennoch vorn. Zudem sei gesagt, dass der Sauger in dieser Stufe schnell warm wird und sich auch nach einigen Minuten überhitzt zur Ruhe setzt. Dann hört er mitten im Saugvorgang auf zu saugen und lässt sich auch vorerst nicht mehr einschalten, wenngleich der Akku noch gut gefüllt ist. Wenige Minuten später kann der Putzspaß dann aber weitergehen. Insgesamt konnte mich die Reinigungsleistung des leichten und kompakten Handstaubsaugers definitiv überzeugen. Auch die mitgelieferten Aufsätze sind im Alltag hilfreich. Hierbei sei aber gesagt, dass das Design ohne speziellen Haltegriff gelegentlich nervig sein kann.
App-Bedienung
Die Switchbot-App dürfte den meisten Lesern mittlerweile ein Begriff sein. Optisch wurde sie im Vergleich zum K10+ Pro-Test angepasst. Sie bietet aber weiterhin zahlreiche Funktionen und unterstützt die gesamte Switchbot-Palette, die mittlerweile eine beachtliche Größe hat. In der App bekommt man eine Anleitung zur Einrichtung der Switchbot K10+ Pro Combo und kann danach sämtliche Einstellungen vornehmen. Diese Einstellungen beziehen sich größtenteils auf den Saugroboter und weniger auf den Stabstaubsauger. Die Unterschiede zum normalen K10+ Pro (ohne Combo) halten sich bis auf das Design also in Grenzen. Auf dem Startbildschirm finden wir weiterhin die Reinigungskarte mit den wichtigsten Schnelleinstellungen zur Reinigung. So kann eingestellt werden, welchen Raum/Zone und in welcher Intensität der Roboter reinigen soll. Trotz Matter-Unterstützung, ist die Nutzung der Switchbot-App essenziell für die Bedienung des Saugroboters – hierzu gleich mehr.
Anders sieht es hingegen beim Stabstaubsauger aus, denn für dessen Nutzung liefert die App keinerlei Mehrwert. Lediglich die Absaugung des Staubs kann hier manuell getriggert und das Absaugintervall kann eingestellt werden – diese Einstellung gilt dann aber auch immer für beide Geräte gleichzeitig. Zu guter Letzt werden Firmware-Updates auch über die App eingespielt. Für alles andere benötigt man ehrlicherweise bei einem solchen Gerät auch keine App. Alle nötigen Funktionen lassen sich am Gerät selbst einstellen und zur Nutzung muss man es ohnehin in die Hand nehmen.
Matter-Unterstützung
Für die Steuerung der Switchbot K10+ Pro Combo wird ein Hub vorausgesetzt – etwa der Switchbot Hub 2 (zum Test). Hierüber ist es dann auch möglich, das Gerät Matter-fähig zu machen. Leider unterstützt die Combo Matter nicht nativ. Allerdings ist die Matter-Unterstützung über den Hub etwas nutzlos. So ist es lediglich möglich, den Saugroboter ein- und auszuschalten. Weitere Entitäten gibt Switchbot nicht frei. So lässt sich das Gerät zwar in der Google Home-App einbinden, das Auswählen einzelner Saugmodi ist aber nicht möglich. Auch lässt sich der Akkustand des Gerätes nicht anzeigen. Somit ist die Matter-Integration für mich leider unbrauchbar, denn für die Ansteuerung einzelner Zonen und die Saugstärke muss ich immer die Switchbot-App nutzen. Wer den Saugroboter aber in ein bestehendes Smart-Home integrieren möchte, um ihn automatisiert zu starten, kann das problemlos tun.
Akkulaufzeiten
Der Saugroboter K10+ Pro besitzt weiterhin einen 3200 mAh großen Akku, der bis zu 1,5 Stunden durchhalten kann. Das kommt natürlich ganz auf die Saugstärke an. Wohnung mit einer Größe von knapp 60 Quadratmetern meistert er, ohne nachladen zu müssen. Ein Vorteil ist aber, dass sich der Sauger den Saugfortschritt merkt und nach einer Zwischenladung dort weitermachen kann, wo er zuvor aufgehört hat. Selbiges gilt für eine Entleerung des Staubbehälters zwischendurch. Eine vollständige Ladung von 0 bis 100 Prozent nimmt schließlich knapp 2,5 Stunden in Anspruch.
Der Akku des Stabstaubsaugers ist mit 2200 mAh deutlich kleiner. Dieser Akku ist bereits nach 12 Minuten (Max-Modus) oder knapp 38 Minuten (Min-Modus) „leergesaugt“. Mit diesen Laufzeiten kann der Sauger keine neuen Rekorde aufstellen, braucht sich aber auch nicht komplett vor der Konkurrenz zu verstecken. Eine Aufladung dauert hier mit knapp 2 Stunden nicht bedeutend kürzer als beim Roboter. Durch den entnehmbaren Akku im Griff des Saugers könnte man die Laufzeit aber natürlich durch Austauschakkus verlängern, sofern Switchbot diese in Zukunft bereitstellt.
Testergebnis
Das Konzept der Switchbot K10+ Pro konnte mich im Test definitiv überzeugen. So hat man beide Geräte immer an einem Ort, muss den Handstaubsauger nicht an der Wand befestigen und beide Geräte werden von der gemeinsamen Absaugstation jederzeit entleert. Ärgerlich hierbei ist aber, dass man aktuell zwingend auf die Staubsaugerbeutel von Switchbot zurückgreifen muss, die nicht gerade günstig sind. Das könnte sich aber zeitnah ändern. Zudem bekommt man zwar zwei solide Produkte, die im direkten Vergleich mit ihren jeweiligen Konkurrenten aber auch einfach ein paar Kompromisse mit sich bringen. So hat der Saugroboter einfach weniger Saugleistung als die Konkurrenz, und der Stabstaubsauger ist aufgrund seines unkonventionellen Designs und der Überhitzung teilweise unpraktischer als die Konkurrenz.
So muss man sich also überlegen, ob es einem die Kompromisse für eine gemeinsame Absaugstation wert sind, oder ob man nicht doch lieber zwei eigenständige Produkte kauft. Für 800 Euro erhält man etwa auch den Saugroboter Ecovacs Deebot N30 Pro OMNI (zum Test) und den Akkusauger Dreame R20 (zum Test) zusammen. Beide Geräte konnten in unseren jeweiligen Bestenlisten gute Plätze ergattern und sind somit vermutlich der bessere Deal, wenn man bereit ist, 800 Euro zu bezahlen und auf eine gemeinsame Absaugstation verzichten kann. Ansonsten empfehlen wir euch, auch einen Blick auf unsere Bestenlisten für Handstaubsauger und Saugroboter zu werfen.
Unsere Preisempfehlung für den Saugroboter allein lag im letzten Jahr bei 400 Euro. Rechnen wir dort jetzt den Stabstaubsauger hinzu, für den ihr effektiv nicht mehr als 150-200 Euro zahlen solltet, landen wir für die K10+ Pro Combo bei einem Preis von 600 Euro. Erste Angebote auf Amazon zeigen bereits, dass das Gerät diesen Preis teilweise sogar deutlich unterschreitet. Somit können wir von einer insgesamt guten Preis-/Leistung sprechen. Vorausgesetzt natürlich, ihr könnt mit den genannten Kritikpunkten leben.
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